Zu unserem ersten Heimspiel mussten wir leider auf mehrere Stammspieler verzichten, da diese bereits in der ersten Mannschaft ausgeholfen hatten und somit gesperrt waren. So kam es, dass unsere Gäste auf allen Bretter besser aufgestellt waren.
Da bei den Kareth-Lappersdorfern vier Damen spielten und bei uns Marie-Theres Schmidt für den erkrankten Gerhard Goletz eingesprungen waren, machten diesmal Frauen fast die Hälfte der SpielerInnen aus. Außerdem saßen sechs JugendspielerInnen an den Brettern. Für Schach ein eher ungewöhnlicher Anblick, den wir so gerne öfter hätten.
Zunächst entwickelten sich alle Partien sehr ausgeglichen. Lange gab es auf keinem Brett einen deutlichen Vorteil. Herry Nam Pham zog wie sein ebenfalls jugendlicher Gegner sehr schnell. Erst im Endspiel benötigten sie ihre Bedenkzeit. Beide hatten auf die Rochade verzichtet und schließlich ein Endspiel mit Dame, Springer und Bauern vor sich. In ausgeglichener Stellung übersah Herry leider eine Gabel und verlor damit die Partie.
Albert Scheuerer musste ungewohnt weit vorne auf Brett 2 spielen und hatte eine um über 200 DWZ-Punkte bessere Gegnerin vor sich. Mit einem Läuferopfer hätte er sich Vorteile verschaffen können. Albert wählte lieber eine sichere Variante. Lange sah es hier nach Remis aus, bis seine Gegnerin schließlich einen Angriff starten konnte, bei dem Albert nur durch das Überlassen eines Turmes das Matt abwehren konnte. Damit war die Partie aber trotzdem verloren.
Jugendspieler Paul Pirkl spielte eine ausgeglichene Partie, bei der keiner einen entscheidenden Vorteil fand, aber auch keinen großen Fehler machte. Bei einem Endspiel angelangt, in dem er und seine Gegnerin noch die Damen und Springer hatten, einigten sich beide auf Remis.
Abteilungsleiter Michael Held musste diesmal am Spitzenbrett antreten. Bei ihm entwickelte sich eine Partie mit zwei langen Bauernketten und einem Kampf um das Zentrum. Als seine Gegnerin ihm einen Springer genommen hatte, vergaß Michael leider zurück zu schlagen. Durch diesen Patzer zerfiel seine Stellung und Michael blieb nur noch die Aufgabe.
Obwohl wir damit 3,5 zu 0,5 zurücklagen und der Kampf entschieden war, dauerten die zwei verbliebenen Partien noch länger. Marie-Theres hatte durch eine längere Abwicklung eine Leichtfigur verloren. Nach langer Gegenwehr bekam ihre Gegenspielerin eine Fesselung zustande, durch die Marie entweder Matt geworden wäre oder die Damen verloren hätte.
Spieler des Tages war Bastri Sopi. Dieser hatte zunächst einen Bauern verloren, sich dann aber wieder zurückgekämpft. Dann gelang es ihm, eine Leichtfigur zu gewinnen. Sein Gegner hatte jetzt zwar mehr Bauern, aber Bastri einen Freibauern, den er Richtung Umwandlungsfeld laufen ließ. Sein Gegner bot auch hier starke Gegenwehr, aber Bastri behielt den Überblick und bleib auch bei der längsten Partie des Tages bis zum Schluss konzentriert.
Damit bleib dieser Partiegewinn unser Ehrenpunkt und wir unterlagen insgesamt mit 4,5 zu 1,5. Der Wettkampf wurden von mehreren Zuschauern verfolgt, die nach dem Ende der ersten Partien zur Analyse in die Aula wechselten. Die gute Stimmung dort ließ sich nicht durch das Ergebnis trüben.
Kareth-Lappersdorf III klettert durch diesen Sieg auf den zweiten Tabellenplatz, während wir auf dem vorletzten Platz verharren. In 14 Tagen spielt unsere zweite gegen Eulenspiegel aus Regensburg, die diese Runde spielfrei hatten.

